Desierto Salvador Dalhi und Carnavao do Brasil
Der letzte Bericht liegt schon wieder eine Weile zurueck, aber wir moechten es nicht versaeumen, Euch noch ein paar Eindruecke von unserer Reise durch Suedamerika zu geben.
Die Busfahrt, die wir im letzten Bericht erwaehnt haben, haben wir heil ueberstanden – gerade so ;-). Von der 11-stuendigen Fahrt waren die letzten 4 auf unbefestigter Strasse und an Schlaf war ueberhaupt nicht zu denken. Ordentlich durchgeschuettelt kamen wir morgens gegen acht in Uyuni an. Uyuni, im Suedwesten Boliviens gelegen, ist der Ausgangspunkt fuer mehrtaegige Touren zum groessten Salzsee der Welt sowie zu wunderschoenen Lagunen. Kaum den Bus verlassen, stuermten schon die ersten Touranbieter auf uns zu. In unserem Reisefuehrer und im Internet hatten wir schon gelesen, dass sich diese in ihrem Angebot kaum unterscheiden und Uyuni selbst ist nicht unbedingt ein Ort zum Verweilen, also dauerte es nicht lange, bis wir uns einer Gruppe angeschlossen hatten. Mit insgesamt 6 Personen plus Fahrer ging es dann zwei Stunden spaeter im Toyota Landcruiser 4WD auf zur 3-taegigen Tour. Wir hatten uns fuer die Tour entschieden, die im Norden Chiles endet.
Das Auto wird beladen:

Der Salzsee, genannt Salar de Uyuni, misst 12.000 km2 und liegt auf einer Hoehe von 3.653 m. Der Salzreichtum wird auf ungefähr 10 Milliarden Tonnen geschätzt. Jaehrlich werden davon etwa 25.000 Tonnen abgebaut. Weisse Flaeche, soweit das Auge reicht. Eigentlich ist zu der Jahreszeit die Regenzeit, aber auch hier hatten wir mal wieder Glueck. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel. Ein irrsinnger Kontrast. Der See aehnelt aeusserlich eher einem steinhart gefrorenen See.
Mitten im See befindet sich eine Insel, Incahuasi (Haus des Inka) genannt. Sie ist von vielen bis zu 20 m hohen Saeulenkakteen bewachsen, die zum Teil 1.200 Jahre alt sind. Eine unwirkliche Landschaft...
Der zweite Tag fuehrte uns weiter gen Sueden, Richtung Laguna Colorada. Die Lagune ist ein flacher, 60 km2 grosser See, der auf einer Hoehe von 4.278 m (!) liegt. Wir waren froh, dass wir nicht allzuviel laufen mussten, um uns das Naturschauspiel anzuschauen, denn jeder Schritt ist bei dieser Hoehe eine enorme Anstrengung. Schnauf, da kann einem schonmal die Puste ausgehen. Noch dazu schlaegt uns eisiger Wind entgegen. Der See hat seinen Namen aufgrund seiner auffaellig roten Faerbung, die von der vorherrschenden Algenart und vom hoehen Mineralstoffgehalt seines Wassers hervorgerufen wird und ist ausserdem fuer seine Vielfalt an Flamingos bekannt.
Die Unterkuenfte in diesen Gegenden sind rar und Annehmlichkeiten wie ein Doppelbettzimmer weit entfernt. Fuer diese Nacht ging’s in ein 6-Bett-Zimmer.
Die Naechte auf dieser Hoehe sind ziemlich kalt und noch dazu die duenne Luft – an Schlaf war kaum zu denken. „Zum Glueck“ war die Nacht aber schon frueh vorbei, um 4:30 Uhr sind wir bereits aufgebrochen, um weiter Richtung Chile zu fahren. Heisse Quellen und Geysire stehen auf dem Programm, bis auf 4.800 m muss der Landcruiser sich seinen Weg ueber Schotterpisten suchen. Bei Tagesanbruch stossen die Geysire eine Fontaene aus Wasserdampf aus – und natuerlich wollen wir auch dieses einzigartige Schauspiel nicht verpassen.
Bitterkalt ist es an diesem Morgen. Leider koennen wir uns auch im Auto nicht aufwaermen, denn eine Heizung gibt es nicht... Zum Glueck lassen die ersten waermenden Sonnenstrahlen nicht lange auf sich warten.
Der weitere Weg fuehrt uns durch die sogenannte Salvador-Dali-Wueste, eine 110 km2 grosse Steinwueste. So wie hier haben wir uns die Landschaft eher auf dem Mond vorgestellt. In vielen Farben schimmern die Spitzen der Berge, die vulkanischen Ursprungs sind. Wir koennen uns gar nicht satt sehen!!
Als letztes Highlight, kurz vor der chilenischen Grenze, steht noch die Laguna Verde auf dem Programm. Die Laguna Verde liegt noch auf 4.300 m und ist wegen des Anteils an kupferhaltigen Sedimenten gruen gefaerbt.
In Chile angekommen, verbringen wir die naechsten zwei Tage in San Pedro de Atacama – fast ausschliesslich mit ruhen und schlafen, denn die Tour durch den einzigartigen Suedwesten Boliviens hat uns doch ganz schoen geschlaucht. Noch waehrend der Tour haben wir uns gesagt, dass das eine Reise ist, die man wohl nur einmal in seinem Leben macht – schauen wir uns aber jetzt, einige Wochen danach, die Bilder an, sind wir uns dessen nicht mehr ganz so sicher. Zu sehr hat uns diese wirklich einzigartige Landschaft beeindruckt...
Weitere Eindruecke von der Tour:
...aus ihrer Wolle werden die kuscheligen Schals gemacht ;-)
Mittagspause
Ein platter Reifen mitten in der Wueste - und wer war der erste am Auto... ;-)
Anschliessend fliegen wir nach Brasilien, unserem letzten Ziel in Suedamerika. Sao Paulo war der fuer uns guenstigste Ausgangspunkt. Von der Stadt selbst haben wir allerdings nicht wirklich viel gesehen. Eine Erkaeltung und Muskelzerrung haben uns etwas ausser Gefecht gesetzt. Nach 2, 3 Tagen gehts schon wieder besser und wir brechen auf in Richtung Paraty. Paraty besticht durch eine wunderschoene Innenstadt, die unter Denkmalschutz steht. Dickes Kopfsteinpflaster und alte weisse Haeuser mit bunten Tuer- und Fensterrahmen bilden einen tollen Kontrast.
Leider ist uns das schoene Wetter nicht mehr so vergoennt und ab dem zweiten Tag regnet es ununterbrochen...
Wie ueberall in Brasilien, bereitet man sich auch hier auf den Karneval vor. Wir schauen einer Gruppe beim Einstudieren ihrer Lieder zu und sind auf einmal ziemlich vom Karneval Fieber gepackt und beschliessen, uns in Rio fuer diese Zeit ein Zimmer zu suchen. Gar nicht so einfach oder unbezahlbar. Nach laengerem Suchen werden wir aber doch fuendig und ergattern uns fuer die erste Karnevalsnacht ein Zimmer im ibis Hotel. Irgendwas wird sich danach schon ergeben – eine der vielen Erfahrungen, die wir auf der Reise gemacht haben. Irgendwas (a bisserl wos) geht immer!!
Vorher wollen wir noch ein paar Tage auf Ilha Grande verbringen, einer Insel, die zwischen Paraty und Rio liegt. Hier soll es einen der schoensten Straende Brasiliens geben – Lopes Mendez. Der Strand ist nur mittels einer Bootstour und Fussmarsch erreichbar. Keine Hotels, keine Restaurants – aber gerade das macht es aus...
Brasilien ist anders als die restlichen suedamerikanischen Laender. Die Entfernungen sind enorm, die Luft ist gesaettigt vom Regen, ueberall gruent und spriesst es. Das Land ist weit entwickelt und zeigt sich westlich, auch am Teuersten. Der Unterschied zu den anderen Laendern ist deutlich zu spueren. Ausser Caipirinha, der ist hier total billig – und mega lecker. Und die Bikinis sind die knappsten, die wir auf der ganzen Welt gesehen haben ;-).
Und das merken wir nicht erst an der Copacabana in Rio. Wow, so haetten wir uns das gar nicht vorgestellt. Fast so dicht wie in Mallorca liegen die Leute hier ;-). Ein Ausflug zur 38 m hohen Christusfigur darf natuerlich nicht fehlen. Von hier aus hat man den besten Blick ueber die Bucht inklusive des Zuckerhuts und der Straende. Genauso, wie Silke das vom „Traumschiff“ her kennt ;-).
Am naechsten Tag geht’s nun endlich los: der weltberuehmte Karneval beginnt. Und wie gehofft, konnten wir unseren Aufenthalt im Hotel um zwei Tage verlaengern... Menschenmassen draengen schon frueh am Samstag Morgen durch die nahegelegenen Strassen unseres Hotels – wir folgen den Leuten einfach mal. Immer dichter wird’s, ueberall kann man Bier kaufen und die Leute sind hier einfach nur gut drauf. Aus der Ferne erklingen die ersten Sambaklaenge und wir sind total vom Karnevalfieber gepackt. Ein paar Waegen ziehen mit rythmischer Musik an uns vorbei, alle um uns herum singen lauthals mit und feiern ausgelassen. Nach 3 Stunden goennen wir uns ein Paeuschen, irgendwie schlauchen die letzten Anzeichen der Erkaeltung doch noch ziemlich...
Am naechsten Tag geht’s in den Stadtteil Ipanema. Das ist der IN-Strand Rio’s und am Nachmittag soll hier eine der besten Sambaschulen durch die Strassen ziehen. Wir fahren schon am fruehen Mittag mit dem Bus dorthin – wer weiss ob spaeter ein Durchkommen noch moeglich ist. Der Strand liegt genauso voll wie an der Copacabana und an der Strasse stehen in regelmaessigem Abstand kleine Buden, wo es Bier, Caipi und noch viele weitere Leckereien gibt ;-)). Wir ergattern uns einen Platz unterm Schirm und saugen die einmalige Stimmung bei einem ersten Bierchen auf. Die Leute sind alle sehr offen und schnell kommt man mit dem ein oder anderen ins Gespraech. Unter ihnen auch Sabino, ein Mexikaner mit amerikanischer Staatsbuergerschaft, der mal fuer Delta Airlines gearbeitet hat.
Nach ein paar weiteren Bierchen erzaehlen wir ihm von unserer Weltreise und dass wir noch keine Weiterfluege gebucht haben. Das lag zum Einen daran, dass die Fluege aus Brasilien Richtung Norden total teuer sind und zum Anderen hatten wir noch nicht ganz ausgeschlossen, die letzten Tage in Kuba oder Mexiko zu verbringen... Als ehemaliger Delta Mitarbeiter hat Sabino die Moeglichkeit, sogenannte Buddy-Passes anzulegen und Familie und Bekannte kommen in den Genuss, guenstig zu fliegen. Er machte uns das Angebot, fuer uns ebenfalls einen Buddy-Pass anzulegen und uns so nach Mexiko zu bringen. Puh, hoert sich ziemlich verlockend an – aber am naechsten Morgen hatten wir bereits einen Weiterflug innerhalb Brasiliens und somit nicht die Moeglichkeit, Sabino nochmals zu treffen und alles fix zu machen. Naja, er hat uns mal seine Kontaktdaten aufgeschrieben, fuer alle Faelle... Nach ein paar weiteren Stunden des Feierns mit Sabino und zwei Freundinnen in den Strassen Ipanemas beschlossen wir, uns noch etwas Schlaf vor dem Flug am anderen Tag zu goennen.
Salvador da Bahia, die eigentliche Hochburg des Karnevals in Brasilien, war unser naechstes Ziel. Juchhu, der Karneval dauert noch 2 Tage ;-)). Bis zu 2 Millionen Menschen feiern hier in den Strassen. Ohne Probleme haben wir noch ein Zimmer in einem netten Pousada, nahe des Zentrums gefunden. Das Zentrum Salvadors besticht, wie auch schon in Paraty, durch alte, gut erhaltene, restaurierte Gebaeude und ist unter Denkmalschutz gestellt. Salvador wird auch die „afrikanische“ Stadt gennant. 80% der Anwohner ist afrikanischer Abstammung, die im 18. Jahrhundert von den Portugiesen als Sklaven hierher verschleppt wurden. Noch etwas muede vom Vortag beschlossen wir, nur eine Kleinigkeit essen zu gehen. Es wurde dann doch wieder ein etwas laengerer Abend, denn viele kleine Gruppen, die kostuemiert, tanzend und singend durch die Gassen zogen, hatten unsere ganze Aufmerksamkeit. Auch hier wieder eine ganz eigene, tolle Stimmung...
„Seid’s Ihr aus Bayern?“ hoerten wir am naechsten Morgen auf einmal beim Fruehstueck vom Nachbartisch. Oooh, einheimische Worte, wie toll mal wieder zu hoeren ;-)). Tom, Sascha und Markus sind zum Urlaub machen und Karneval feiern in Salvador. Fuer den Abend haben sie Eintrittskarten fuer ueberdimensionale Zuschauertribuenen, von denen aus man die vorbeiziehenden Karnevalszuege beobachten kann. Essens- und Getraenkestaende sind hier quasi von den 2 Millionen „abgeschirmt“. Hoert sich gut an und so kaufen auch wir zwei Tickets und schliessen uns den Jungs an. Als sich grosse LKW’s mit ueberdimensionalen Lautsprechern und singenden Bands ihren Weg durch die Zuschauer auf der Strasse bahnen, erinnert uns das eher an die Loveparade in Berlin als an Karneval. Schade, dass hatten wir uns irgendwie ein bisschen anders vorgestellt...
Einer der schoensten Tage war aber sicherlich dann der naechste Tag, Aschermittwoch. In der "Bayern-Runde" sassen wir beim Fruehstueck und redeten ueber den Vorabend. Und redeten und redeten und redeten – und schwupps, war es 6:00 Uhr am naechsten Morgen ;-)). Die letzten Stunden hatten sich noch zwei Maedels aus London und zwei Jungs aus Sydney uns angeschlossen und wir hatten eine lustige, gesellige Runde. Die Zeit verging wie im Flug und ehe wir uns versahen, ging die Sonne am brasilianischen Himmel wieder auf...
Zwischen dem ganzen Reden haben wir auch mal etwas gegessen, in einer typischen brasilianischen Churrascaria:
Weiter in den Norden ging es anschliessend noch fuer uns. Wir wollten noch etwas Zeit am Meer verbringen und fuhren nach Praia da Pipa und anschliessend weiter nach Porto de Galinhas (Conny, das war ein super Tip ;-)). Leider hatten wir immer wieder Regen – und das nicht nur mal 2, 3 Stunden, sondern tagelang. Ist ja wie in Deutschland hier ;-).
Sabino, der kleine Mexikaner, mit dem wir fast taeglich in E-Mailkontakt standen, sicherte uns einen Flug nach Cancun in Mexiko zu. Aber er vertroestete uns ungeduldigen Deutschen von Tag zu Tag: relax, we have enough time. Naja, jedenfalls wussten wir am Vorabend des geplanten Flugs noch immer nicht, ob das alles so klappt. Aufregende Tage, eine schlaflose Nacht vorm geplanten Abflug – aber tatsaechlich fanden die Delta Mitarbeiter am Ticketschalter unsere Namen im Computer. Und zwei Stunden spaeter fanden wir uns dann auch noch in der Business Class wieder – UNGLAUBLICH!! Was fuer eine tolle neue Erfahrung zum Ende unserer Reise hin!
Jetzt geniessen wir die letzten Tage am karibischen Meer, bevor wir auf dem Weg nach Hause noch einen kleinen Zwischenstopp in New York einlegen.
Doch die Gedanken gehen immer haeufiger Richtung Zuhause... Die Vorfreude steigt von Tag zu Tag – aber auch die Gewissheit, dass etwas Einmaliges im Leben langsam zu Ende geht. Gemischte Gefuehle...
Bis bald,Silke und Guido
Pachamama - Mutter Erde
Mutter Erde, so nannten die Inkas einst ihr Land. Wir sind nun schon seit einiger Zeit auf ihren Spuren und die Gegend, die einst ihre Heimat war, hat uns mit ihrer Schoenheit verzaubert.
Hola an alle zu Hause!
Nachdem wir nun schon gut 4 Wochen in Suedamerika sind, wollen wir Euch mit den neuesten Geschichten nicht laenger warten lassen. Derzeit befinden wir uns in La Paz, beginnen wollen wir aber mit der Ankunft am 29.12.08 in Buenos Aires –der Stadt der guten Winde.
Als wir in Buenos Aires ankamen, haben wir durch das Ueberfliegen der Datumsgrenze fast einen ganzen Tag geschenkt bekommen. Wir sind Eurer Zeit nun zwischen 3-6 Stunden hinterher und die ersten Tage waren echt hart mit der Umstellung. Die Stadt in der Nacht erlebt, den Tag zum Schlafen benutzt J. Die unbeschreibliche Hilfsbereitschaft und die Freundlichkeit der Argentinier durften wir schon beim Verlassen der Ankunftshalle am Flughafen erfahren. Ein etwas aelterer Herr –vom Aussehen her eher jemand, den man als Kuenstler einschaetzen wuerde, gibt uns beim Einsteigen in den Bus den hilfreichen Hinweis, dass man zur Benutzung der oeffentlichen Busse in Buenos Aires immer Muenzen benoetigt. Da der Geldautomat am Flughafen natuerlich nur Scheine gespuckt hatte, staunten wir nicht schlecht, als der freundliche Herr unsere Tickets beim Fahrer bezahlt hatte – Wow denken wir, wie nett. Promt kommt ein erstes Gespraech zustande (Gott sei Dank spricht Silke spanisch J). Wo wollt ihr denn hin? Wo ist euer Hotel? Es reichte ihm noch nicht uns nur zu erklaeren, wo wir aussteigen muessen, nein, er sass anschliessend sogar noch im Taxi mit drin, welches uns bis vor die Haustuere fuhr. Als er dann auch noch das Taxi fuer uns bezahlt hatte, dachten wir schon wir sind einem Touristenschlepper in die Falle gegangen – aber weit gefehlt. Wir druecken ihm in US Dollar das Geld fuer Bus und Taxi dankend in die Hand, er wuenscht uns einen schoenen Aufenthalt in seinem Land und das wars, echt irre.Der erste Abend endet mit einem kleinen Snack und einem leckeren argentinischen Wein, welches wir in einem netten kleinen Lokal (mit Tuerklingel J) um die Ecke einnehmen. Die Stimmung bei uns Beiden koennte nach so einem guten Start in dem neuen Kontinent nicht besser sein!
Was bei einer Reise in diese wunderschoene Stadt natuerlich nicht fehlen darf, ist der Besuch einer Tango Show – schliesslich ist Buenos Aires die Geburtsstaette dieses sehr hingebungsvollen Tanzes... Nachdem wir uns tagsueber durch die Haeuserschluchten schlagen, die Stadt, die einen eher an eine spanische Metropole erinnert, zu Fuss besichtigen, gehen die ersten Gedanken in Richtung Abend. Hhmm, so eine touristische Show ist nichts fuer uns, wir wuerden gerne dorthin gehen, wo die Einheimischen ihrer Leidenschaft nachgehen. Im Gespraech mit einem auesserst netten Bilderverkaeufer von tanzenden Tangopaaren erhalten wir hilfreiche Tipps, wo man dem Nachkommen kann. Die Tatsache, dass erst um ca. 1:00 Uhr nachts getanzt wird, stoert uns nicht sonderlich, da wir ja noch mitten in der Zeitumstellung sind. Bis morgens um 5:00 Uhr sehen wir ausschliesslich einheimischen Taenzern zu und sind ganz hin und weg. Einfach Wahnsinn, welche Leidenschaft bei diesem Tanz zum Ausdruck gebracht wird..
Der Silvestertag beginnt somit relativ spaet fuer uns. Ein kurzes Mittagessen in einem nahen Cafe ersetzt das verschlafene Fruehstueck. Der anschliessende Spaziergang durch die ausgestorbenen Strassen gibt uns zu denken “Wo sind die denn alle hin“, stehts fragend in unseren Gesichtern, keine Menschenseele unterwegs.
Spaeter stellen wir fest, dass der Tag fuer die meisten hier erst ab ca 22:00 Uhr anfaengt, die kommende Nacht zum Tage gemacht werden soll. In saemtlichen Restaurants, an denen wir abends vorbei schlendern, ist zwar alles reserviert aber niemand ist um 20:30 Uhr da. Macht nix, zum Feiern reichen auch 2 J. Wir beissen uns an den Tresen eines Restaurants mit Bar Bereich und stossen auf das alte und neue Jahr an – kann alles nur noch besser werden J. Spass beiseite, wir freuen uns ueber das was war und auf das, was uns noch bevorsteht!! Natuerlich waere man an so einem Abend mal gerne zu Hause bei Familie und Freunden. Wir troesten uns mit argentinischem Rotwein und Guido findet in seinem Zustand schnell Anschluss zu einem Argentinier – Silke hat in dem Redefluss von Guido Schwierigkeiten, mit der Uebersetzung hinter her zu kommen. Laut lach!! So gegen 3:00 Uhr brechen wir Richtung Hotel auf. Den Neujahrstag verbringen wir ueberwiegend mit Ausruhen...
Auch tagsueber in den Strassen wird Tango getanzt.
Ein Besuch im La Boca Stadion, dem Heimstadion von Fussballlegende Maradona durfte nicht fehlen.
Weiter gehts zu den groessten Wasserfaellen dieses Planeten, den Iguazu Falls. Die Wasserfaelle liegen im Dreilaendereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay.
Wir nehmen den Nachtbus eines Anbieters, von dem wir uns zuvor am Busbahnhof ueberzeugt hatten, dass das Gefaehrt auch dem entspricht, was viele hier versprechen (Komfort und Sicherheit ). In breiten Sitzen gebettet, mit warmen Essen und Wein versorgt, waren wir uns schnell einig, die richtige Wahl getroffen zu haben J. Die 15 (!) Stunden vergehen sogar relativ schnell.
Die Iguazu Falls sind fuer Wasserfetischisten ein Eldorado J. Wir haben die Moeglichkeit, auf der argentinischen Seite den Wasserfaellen sehr nahe zu sein. Ein einmaliges Erlebnis, das nur von hier aus moeglich ist. Die Iguazu Falls sind ebenfalls von der brasilianischen Seite zu besuchen. Waehrend von dort aus das Spektakel eher aus der Ferne zu bestaunen ist (also fuer Fusskranke J), entscheiden wir Abenteurer uns natuerlich die weitaus anstrengendere Tour zu machen J.
Rauf und runter gehts dann, vorbei an unvorstellbaren Wassermassen, die sich in die Tiefe stuerzen und deren ohrenbetaeubendes Geraeusch einen Eindruck ueber diese unvorstellbaren Mengen an Wasser vermittelt. Was fuer ein Spektakel - die Zeit vergeht wieder einmal wie im Fluge und am Nachmittag sind die Beine nach stundenlanger Wanderung auch sehr muede..
Da wir ueber unseren Southamerica Airpass einen Flug von hier nach Buenos Aires zurueck gebucht hatten, ist die Rueckreise natuerlich mega entspannend und sehr effizient.
Die Weiterfahrt (mal wieder eine laengere Busfahrt von 12 Stunden, aber wir sind ja schon geuebt...) nach Mendoza hatten wir auch schon im Voraus gebucht und die Zeit bis zur Abfahrt verbringen wir im Mac Cafe bei mittelmaessig schmeckendem Cafe aber guter Wifi Anbindung. Im Uebrigen ist es bisher eher schwer gewesen, guten Kaffee zu bekommen –schlecht vorstellbar in Suedamerika, aber die guten Kaffeesorten (wie sollte es auch anders sein) sind fuer den Export vorgesehen (Tchibo sei Dank J) und daher eher rar.
Mendoza ist das Weinanbaugebiet in Argentinien und auf einer kleinen Radtour durch die Gegend der Weinanbauer koennen wir uns an sehr leckeren Tropfen erfreuen. Besonders das Weinmuseum von ¨La Rural¨ nebst eindrucksvoller Fuehrung durch die Geschichte des Weinanbaus und die Erklaerung der verschiedenen Prozesse dieser einzigartigen Gaerkultur haben uns sehr gut gefallen.
Der beste Jahrgang des Weinguts, wie Silke meint...
Nach einer ersten Kostprobe im Museum steuern wir ein weiteres empfohlenes Gut an. Natuerlich konnten wir den Vorschlag von dem auesserst freundlichen Gutsbesitzer, unsere Raeder mit dem Bus zurueck zu befoerdern, nicht ausschlagen und verbrachten die schoenen Nachmittagsstunden mit seinem hervorragenden Wein und leckeren Oliven auf seiner wunderschoenen Terrasse (den Blick in die nahen Berge und den unzaehligen Rebstoecken und Olivenbaeumen gerichtet).
Ganz durch Zufall hatten wir erfahren, dass die diesjaehrige Dakar in Mendoza halt macht und in unmittelbarer Naehe die Rennstrecke verlaeuft. Es war ein Spiessrutenlauf, um an die Informationen zu kommen, wo genau die Strecke verlaeuft. Nachdem die Befragung bei der Touri -Info ergebnislos war, stiessen wir wieder einmal durch Zufall auf jemanden, der uns genau erklaeren konnte, von wo aus wir die Rally sehen koennen (man muss eben nur lange und oft genug fragen, etwas, was wir uns auf unserer Reise schon angewoehnt haben J).Am Spaetnachmittag standen wir dann schon mal am Wegesrand zur Einfahrt des Nachtcamps der Fahrer. Inmitten der jubelnden Menge, die sich wie eine Wand aus Menschen gegen die fahrenden Autos, LKW´ s und Motorraeder stellte, konnten wir mitunter hautnah einen Blick auf die Teilnehmer werfen, sehr bewegend... Zum Teil sahen die Motorradfahrer aus, als wuerden sie vor Erschoepfung gleich vom Krad fallen.
Direkt vor unserem Hotel konnten war dann auch am fruehen naechsten Morgen (6:00 Uhr) die Fahrzeuge auf ihrem Weg zur ersten Streckenfuehrung bestaunen – natuerlich unter den Regeln des oeffentlichen Strassenverkehrs und daher in gemaessigtem Tempo.Mit Nachdruck mussten wir anschliessend dem Taxifahrer den Weg weisen, der nicht schlecht staunte, als wir schliesslich die Stelle gefunden hatten, von wo aus die Menschenmengen von Weitem schon zu erkennen waren. Es war ein heisser Tag, und das Warten wurde zur Geduldsprobe. Aber schliesslich war es dann soweit “Moto, Moto” schrie einer und von da an konnten wir schliesslich die vorbeifahrenden Fahrzeuge im Renntempo bewundern. Ein wirklich aufregendes, einmaliges Erlebnis!!
Am Nachmittag sind wir dann auch sehr erschoepft, goennen uns eine Dusche und sind frueh im Bett, denn am naechsten Tag gehts ueber die Anden nach Santiago de Chile.
Die Busfahrt ist eines der landschaftlichen Highlights in Argentinien und der Blick auf schneebedeckte Berge und menschenleere Taeler ist atemberaubend. Auch koennen wir einen kurzen Blick auf den Aconcagua werfen, mit 6.962 m der hoechste Berg Amerikas.
Santiago ist nicht besonders sehenswert, einige alte Hinterlassenschaften der Spanier sind in wenigen Stunden besichtigt (das prae-kolumbianische Museum ist absolut sehenswert) und daher sitzen wir auch schon 2 Tage spaeter im Bus um Richtung Valparaiso zu fahren.
Valparaíso liegt an einer malerischen und nach Norden offenen Bucht des Pazifischen Ozeans. Der Hafen ist einer der bedeutendsten des Landes. Der Charakter der Stadt ist weltberühmt und Inhalt zahlreicher literarischer, musikalischer und künstlerischer Interpretationen. Die Stadt gilt als kulturelle Hauptstadt Chiles. Das Klima in Valparaíso ist mediterran. Auch im Sommer sorgt die Meereslage für eine frische Brise und angenehme Temperaturen, die selten ueber 28°C liegen. Wir nutzen das aus und erkunden zu Fuss den Grossteil der Altstadt. Einfach bezaubernd dieses Mosaik aus bunten Hauesern und engen, mit Kopfsteinpflaster bedeckten Gassen. Sehr zu unserer Freude gibt es eine Vielzahl an kleinen netten Restaurants, die meist ueber Mittag Menues zu bezahlbaren Preisen anbieten. Die Kueche: chilenisch und franzoesisch... himmlisch J.
So schoen wie es auch ist, der Weiterflug 2 Tage spaeter nach Lima, Hauptstadt Perus, war im Zuge unseres Airpasses bereits gebucht.
1542 gründeten die Spanier das Vizekoenigreich Peru mit Lima als Hauptstadt, das Neu-Granada. Über das 16. und 17. Jahrhundert war Lima das religioese, wirtschaftliche und politische Zentrum der spanischen Kolonien Suedamerikas.Heute ist Lima eine Grosstadt mit ca 8 Mio. Einwohnern und in gewisser Weise eine Stadt, wo man abends nicht einfach so den Fuss auf die Strassen setzen sollte. Wir entscheiden uns, etwas ausserhalb des Stadtkerns zu wohnen, in Miraflores dem “Badeort” von Lima.
Die Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus am naechsten Tag gibt einen Aufschluss ueber die Geschichte dieser Stadt. Selten haben wir eine Stadt gesehen, die von einer derart kolonialen architektonischen Schoenheit ist, selten haben wir aber auch soviel Schmutz und Zerfall gesehen... Ein Wandel ist trotzdem zu spueren und die Tatsache, dass mittlerweile Geld (mitunter –wie sollte es anders sein- aus EU Hilfen) in die Erhaltung der Gebaeude fliesst, wird von der netten Fuehrerin bestaetigt.
Am Abend gehen die Gedanken in Richtung Cuzco, in Richtung Anden und an unseren geplanten Trek. Der Flug nach Cuzco ist sehr kurzweilig und unmittelbar nach der Ankunft spuert man die “Hoehe” (3.300 m) enorm. Das Tragen unseres Gepaecks ist eine ungewohnte neue Erfahrung J. Im Hostal angekommen wird erst mal der Puls durch flach liegen gesenkt. Das Trinken von Coca Tee ist uns seit dem Durchlesen unseres Reisefuehrers bekannt, so richtig stellt sich aber auch nach 3 Tassen keine Besserung ein. Kopfweh und Schwindel wollen nicht schwinden... Schliesslich lassen wir der ganzen Sache einfach etwas Zeit – so 2-3 Tage sollte man sich eh aklimatisieren. Das Einzige, was nach zwei Tagen geblieben ist -und bis heute noch anhaelt- ist, dass man nach kleiner Anstrengung sehr schnell ausser “Luft” ist und die Naechte zum Teil noch von unruhigem Schlaf gepraegt sind.
Cuzco wurde um das Jahr 1200 gegründet und entwickelte sich schnell zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Inkas. Heute ist Cuzco touristisches Drehkreuz und zugleich Ausgangspunkt fuer die Besichtigung der nahegelegenen Inka Staetten –ganz voran Machu Picchu. Sehr schnell finden wir an dieser Stadt Gefallen. Diese einzigartige Umgebung, der Charm der alten Gebaeude verbunden mit der jahrhundertealten Kultur der Inkas ist eine aussergewoehnlich schoene Mischung.
Es dauert etwas, bis wir einen Veranstalter vor Ort gefunden haben, der unserer Meinung nach zuverlaessig ist, einen guten Trek nach Machu Picchu anbieten zu koennen. Viel zu oft wird davor gewarnt, allzu billige Angebote mit Versprechungen wahrzunehmen, die spaeter leider nicht immer eingehalten werden. Wir waehlen den Salkantay Trek, eine etwas anstrengendere 3 Tages Tour als der urspruengliche, aber mittlerweile touristisch ueberlaufene Inka Trail. Um 2:00 Uhr morgens gehts los. Nach 4 Stunden Autofahrt, zum Teil ueber schier unpassierbare Wegstrecken, setzt uns der Fahrer inmitten einer fast winterlich anmutenden Gegend ab.
Einsetzender Regen macht keinerlei getruebte Stimmung, zu sehr freuen wir uns auf diesen Trek. Nach kurzer Zeit kommt uns dann auch der versprochene Guide entgegen, der mit einer Gruppe von 14 Leuten schon einen Tag laenger unterwegs ist. Nach kurzem Hallo zu ihm und der ganzen Gruppe hoeren wir schnell raus, dass das versprochene Equipment nicht ganz dem entsprach, was angekuendigt war. Es schuettete die ganze Nacht aus Eimern und die angeblich wasserdichten Zelte hielten dem leider nicht stand. Hhmmm... natuerlich wird uns in der folgenden Nacht dasselbe bevorstehen, schliesslich haben wir dasselbe Equipment gebucht. Die letzten Wolken verschwinden kurz nach unserer Ankunft und die Sonne sticht schon leicht hinter den Bergkuppen hervor – puh, so ein Dusel J. So oft schon hatten wir viel Glueck mit dem Wetter, langsam wird´s unheimlich oder meint es doch einfach nur jemand gut mit uns?
Der Aufstieg auf den 4.600 m hohen Pass geht zum Ende hin eher zaeh (wir behaupten uns aber trotzdem im vorderen Feld der Gruppe J), um so mehr freute es uns, als es endlich geschafft war. Die Tage, die wir nun schon zum aklimatisieren hatten, kommen uns heute sehr entgegen.
Das versprochene Mittagessen muss leider noch warten, ein Abstieg auf 2.900 m steht uns noch bevor. Die ersten meckern beim Guide ueber diesen Umstand, die Kraefte lassen bei manchen sichtbar nach. Leider faengt es kurz nach dem Ueberqueren des Passes zu regnen an, die Wege verwandeln sich im Nu in schlammige Rutschbahnen und die Sicht ist gleich null.
Gerade rechtzeitig bevor wir unser Quartier (Campingplatz) fuer diese Nacht erreichen, hoert es Gott sei Dank wieder auf zu regnen und der Himmel zeigt sich erneut von seiner schoensten Seite. Das Abendessen am gemeinsamen Tisch ist einigermassen schmackhaft, der anschliessende Tee als Nachtisch macht nochmals ein wenig warm. Leider haelt die gute Stimmung nicht allzu lange an, denn die ersten Tropfen fallen schon wieder vom Himmel. Nach den ¨nassen¨ Geschichten der letzten Nacht, gehen wir schnell ins Zelt, versuchen das Wichtigste wasserdicht zu verpacken, kuscheln uns in den Schlafsack und beten, dass der Regen schnell wieder aufhoert. Bis auf ein paar Tropfen gabs dann auch nichts Groesseres in dieser Nacht zu vermelden, puh, Glueck gehabt...Der naechste Morgen beginnt mit einer Tasse frischen Coca Tee, der am Zelteingang serviert wird, basic aber guter Service J.
Der Tag startet erfreulich schoen. Strahlend blauer Himmel, uneingeschraenkte Sicht auf alle 6.000er Berge, tiefe Einblicke, in die von rauschendem Gletscherwasser durchzogenen Taeler. Da es an diesem Tag fast ausschliesslich bergab geht, haelt sich die Anstrengung in Grenzen‚ aber die Knie schmerzen wie bloed... Die zweite Nacht im Zelt verlaeuft relativ ruhig und zum Glueck auch ohne viel Regen.
Weiter unten wirds richtig tropisch, wir pfluecken uns Mandarinen, Maracujas und Limonen von den Baeumen. Auch Kaffe- und Kakao waechst hier:
Kleine Dusche gefaellig?
Am dritten Tag am Zielort angelangt, gibts erst mal Differenzen bezueglich der gebuchten Uebernachtung mit unserem Guide. Nach langem Hin und Her finden wir uns in der miesesten Absteige auf unserer gesamten Reise wieder. Gott sei Dank ist wenigstens das Wasser in der Dusche lauwarm J. Am Abend sitzen wir mit unseren Trekking Freunden noch nett zusammen und um 23:00 Uhr liegen wir hundemuede im Bett.
Der Tag darauf beginnt um 4:30 Uhr mit dem Aufstieg nach Machu Picchu, der ¨Verlorenen Stadt¨ der Inkas. Erbaut wurde die Stadt einer Theorie zufolge um 1450 von Pachacútec Yupanqui, einem Herrscher der Inka, der von 1438 bis 1471 regierte. Er schuf die Grundlagen für die Ausdehnung des maechtigen Inkareiches und fuehrte den Kult um den Sonnengott Inti ein.
Im Jahre 1911 wurden die Ruinen von einer Expedition der Universität Yale unter der Leitung Hiram Binghams durch Zufall wiederentdeckt. Die Siedlung war von dichter Vegetation ueberwuchert. Bingham war auf der Suche nach der geheimnisvollen Inkastadt Vilcabamba, in die sich die Inkas gefluechtet haben sollen, nachdem ihnen die goldhungrigen Spanier zu dicht auf den Fersen waren. Bingham glaubte, Vilcabamba in Machu Picchu gefunden zu haben. Heute ist bekannt, dass Vilcabamba 35 km weiter entfernt im Dschungel liegt...
Leichter Regen begleitet uns waehrend des Aufstiegs im Dunkeln –bitte jetzt nicht, aber heute hoert uns irgendwie keiner... Wir treffen unseren Guide, der uns in den naechsten 2 Stunden etwas ueber die Kultur der Inkas und dieser Staette erzaehlen soll am vereinbarten Platz und der Blick aller Teilnehmer dieser Runde geht gen Himmel –Nebel hatte sich zum Regen dazugemischt –prima... Es dauert nicht lange und waehrend wir den Erzaehlungen unseres Fuehrers lauschen geht ein kleines Raunen durch die Runde. Die Sonne blinzelt teilweise durch die Nebelschwaden, der Regen hat aufgehoert. Eine knappe Stunde spaeter haben wir wieder richtig tolles Wetter!! Wir stapfen schwer atmend durch die Ruinen und erfreuen uns zwischen drin an den unbeschreiblichen Aussichten, hat wirklich etwas sehr Mystisches!
So gegen Mittag reichts dann auch mit alten Steinen J. Der Magen knurrt, die Beine sind schwer. Schnell beschliessen wir, den Abstieg anzutreten, um uns vor unserer Zugreise zurueck nach Cuzco noch ein wenig zu Staerken.Die Zugreise ist sehr kurzweilig, leider verhindert die eintretende Dunkelheit den ein oder anderen Blick auf die Umgebung –macht nix, genug gesehen die letzten Tage, jetzt braucht der Koerper Ruhe, eine heisse Dusche und ein trockenes Bett...
Wir geniessen das Nichtstun am folgenden Tag in Cuzco und sind wiederum tags darauf im Bus auf dem Weg nach Copacabana am Titicaca See, dem hoechstgelegenen navigierbaren See der Welt. Hier ueberqueren wir auch die Grenze zwischen Peru und Bolivien, ganz witzig so schnell ging die Aus- und Einreise noch nie und zu Fuss geht´s dann von einem Land ins naechste, wo der Bus fuer die letzten Kilometer bis zum Ziel schon wartet.
Isla del Sol heisst die kleine Insel, die knapp 2 Stunden mit dem Boot vom Festland aus zu erreichen ist. Die Wanderung quer ueber die Insel geht schleppend, so langsam merken wir, dass der Kopf gar nicht mehr so aufnahmefaehig ist, neue Sachen schwer zu verarbeiten sind. Wir freuen uns an den Gedanken von schoenen Straenden und warmen Temperaturen in Brasilien, die uns ab 8. Februar bevorstehen. Erfreuen koennen wir uns an dieser einzigartigen Umgebung trotzdem!
Auch am naechsten Tag, als sich der Blick aus dem Fenster des Buses beschraenkt, der uns in Richtung La Paz bringt, sind wir von der Landschaft mal wieder sehr beeindruckt.
Und so sieht die Ueberfahrt auf dem See Richtung La Paz aus:
La Paz ist mit einer Hoehe zwischen 3.600 und 4.000 m die hoechstgelegene Hauptstadt der Welt.
Seit nunmehr 5 Tagen verweilen wir hier, die Suche nach einem Veranstalter fuer unsere geplante Tour zu den Salzseen ist mehr als schwierig.
Heute Abend gehts dann aber endlich schonmal los nach Uyuni, Startort der geplanten Tour. Eine ca. 10 stuendige Busfahrt auf zum Teil unbefestigten Strassen steht uns bevor. Wie wir die Nacht ueberstanden haben, erfahrt Ihr dann im naechsten Bericht...
Bis dahin, hasta luego,Guido und Silke
Aotearoa - Das Land der grossen weissen Wolke
Aotearoa – „Land der grossen weissen Wolke“, tauften die Ureinwohner bei ihrer Ankunft Neuseeland. Auch wir erleben das Land oft mit einer grossen weissen Wolke, aber irgendwie gehoert das genau hier dazu...
Zunaechst aber fehlt noch ein Teil unserer Reise in Australien – eigentlich der schwierigste Teil: der Autoverkauf. Uns hat wirklich ziemlich davor gegraut, aber in Vince und Jan haben wir ein Paar gefunden, welches das Auto quasi in unserem „Sinn weiter faehrt“. Die Beiden kommen aus England, sind knapp ueber 50 und suchen in einer zweijaehrigen Reise um die Welt eine Plaetzchen zum alt werden... Was soll man dazu sagen? Unsere Weltreise ist „harmlos“ zu vielen anderen Reisen von den Leuten, die wir so im Laufe der Zeit kennen lernen.
In den letzten 3 Wochen hatten wir verhaeltnismaessig viel Regen in Australien, auch die letzten Tage in Sydney waren anfangs verregnet und wir beschlossen, uns zwei Tage im Hotel zu goennen und haben das Auto am 01.12. schweren Herzens an seine neuen Besitzer uebergeben:
Die letzten Bilder von unserem Campingplatz in Sydney:
Da die meisten Campingplaetze etwas ausserhalb der Staedte liegen, haben wir uns ein nettes Hotel im Zentrum gesucht, um die Stadt zu Fuss erkunden zu koennen. Sydney ist eine wirklich tolle Stadt, mit vielen netten Flecken. Besonders angetan hat es uns das alte Viertel „The Rocks“ und die Gegend um die beruehmte Oper.
„The Rocks“ ueberzeugte uns nicht nur deshalb, weil es dort einen „Loewenbraeukeller“ gibt... Lecker, lecker, lecker, einheimisches Bier und Schweinswuerstl mit Kraut. Als dann auch noch die Blosmusi aufspielte, gab es fuer Silke kein Halten mehr ;-))
Den Fischmarkt, den man uns waermstens empfohlen hat, haben wir dann am naechsten Tag genossen. Man kann seinen eigenen Wein mitbringen und sucht sich an den verschiedenen Staenden den frischesten Fisch aus: Austern, Gambas – einfach alles, was das Herz begehrt. Und das wirklich fuer’n Appel und’n Ei.
Die Sonne strahlte an beiden Tagen vom Himmel und wir hatten eine super schoene Zeit in Sydney – nur geschmueckte Weihnachtsbaeume bei diesen Temperaturen waren doch etwas ungewohnt...
Nach 3 Monaten Australien hiess es dann „Auf nach Neuseeland!“.
Teils etwas traurig, dass die Zeit in Australien vorueber war, aber auch voller Vorfreude auf ein neues Land ging’s dann am 03.12. nach Christchurch auf die suedliche Insel. Am ersten Abend hatten wir auch gleich die erste Verabredung mit „zu Hause“. Paul (Arbeitskollege von Guido) und seine Freundin Conny verbringen in Neuseeland ihren Jahresurlaub. Schoen war’s mal wieder in vertrauter Sprache den Abend zu verbringen!
Am naechsten Tag haben wir uns dann auch gleich auf in die Natur gemacht, Richtung Mount Cook; mit 3.754 m der hoechste Berg Neuseelands.
Mount Cook, der Hausberg von Sir Edmund Hillary. Diese Statue steht vor einem ihm gewidmeten Museum.
Kaum 10 Minuten Christchurch verlassen, eroeffnet sich einem die pure Natur – irgendwie ein bisschen wie zu Hause, nur viel weitlaeufiger, viel einsamer, viel gruener, viel purer und ueberall Schafe. Schafe, Schafe, Schafe soweit das Auge reicht – man koennte zu Neuseeland auch Sheep Country sagen ;-)). An die 50 Millionen gibt es hier - einfach einzigartig!!!
Zuereck an der Ostkueste haben wir den Weg Richtung Sueden eingeschlagen, Otago Peninsula war das naechste Ziel. Hier kann man Pinguine, Albatrosse und Seeloewen in freier Natur geniessen. Die Pinguine zeigen sich leider erst bei Daemmerung und um die Tiere nicht zu verschrecken, ist Fotografieren mit Blitz strengstens verboten. In ziemlicher Kaelte warteten wir also mit ein paar Anderen auf die Pinguine. Wir wollten schon fast gehen, als sie in kleinen Gruppen auf das Land zugesteuert kamen – in einem Tempo, das man echt Angst haben musste, sie prallen bei ihrer Ankunft an Land gegen die Steine ;-)). Obwohl alle ganz ruhig waren und kaum zu atmen wagten, watschelten die Pinguine nur ganz vorsichtig und auf der Hut vorwaerts. Ein schoenes Naturschauspiel, was es nicht auf Foto’s gibt, aber dafuer in unserem Gedaechtnis bleibt...
Am naechsten Tag waren die Wolken dann nicht mehr weiss, sondern schon dunkelgrau und es regnete. Otago Peninsula liegt am Meer und irgendwie hat uns der Regen ueberhaupt nichts ausgemacht – ganz im Gegenteil, irgendwie gehoert er hier in Neuseeland dazu. Das Land erinnert heute nicht mehr so an zu Hause, sondern mehr an Irland oder Schottland. Saftige gruene Wiesen, die direkt ans Meer grenzen – rauhes Meer... Wieder mal etwas, was wir vorher so noch nicht gesehen hatten. Die Seeloewen am Strand fuehlen sich jedenfalls pudelwohl und lassen sich von den wenigen Besuchern am Strand nicht aus der Ruhe bringen ;-)).
An der Kueste entlang ging es dann weiter Richtung Sueden – aufgrund des anhaltenden Regens haben wir aber nur einen Stopp zum Uebernachten eingelegt, um am naechsten Tag Richtung Te Anau aufzubrechen. Te Anau ist Ausgangspunkt fuer eines der bekanntesten Highlights Neuseelands, den Milford Sound. Wir waren uns einig: wenn man nicht genau auf die verschiedenen Pflanzenarten achtet, haette es auch eine Bootstour auf dem Koenigsee in Bayern sein koennen... Die Fahrt zum Milford Sound selbst hat uns besser gefallen und so haben wir auf dem Rueckweg mal wieder intensiv die Natur aufgesaugt und auch unsere erste Gipfelbesteigung in Neuseeland gemacht. In einer ca. 4 stuendigen Wanderung sind wir auf den Key Summit.
Das schnuckelige Staedtchen Queenstown am Lake Wakatipu war unser naechstes Ziel.
Queenstown ist DIE Adventure Stadt Neuseelands schlechthin. Mehrere hundert verschiedene Freizeitaktivitaeten werden hier angeboten. Auch uns hat das Feeling irgendwann gepackt und wir hatten Lust, mal was Aussergewoehnliches zu machen – und entschlossen uns zu einem Paragliding Flug. Ein strahlend blauer Himmel erwartete uns, perfekt um durch die Luefte zu schweben. Ein tolles Gefuehl sich so schwerelos gleiten zu lassen...
Mit festem Boden unter den Fuessen ging es Guido’s Magen aber dann gar nicht mehr so gut – die kleinen Loopings in der Luft waren wohl doch etwas zuviel ;-). Uebrigens auch hier wieder ein Beispiel, dass die ganze Welt auf Achse ist. Saemtliche Paraglidingfuehrer kamen nicht aus Neuseeland, sondern aus Spanien, der Schweiz, Venezuela, der Tuerkei und Holland – ein multikultureller Ausflug also ;-)).
Neben ein paar Wanderungen unternahmen wir einen Ausflug Richtung Glenorchy ins „Herr der Ringe“-Land. Je mehr wir von Neuseeland und seiner Natur sehen, umso mehr verstehen wir, warum der Produzent sich genau fuer dieses Land entschieden hat.
Am letzten Abend haben wir uns dann nochmal mit Paul und Conny zu einer kleinen Campingplatzparty getroffen. Die Zeit verging wie im Flug und wir konnten’s gar nicht glauben, als Paul irgendwann sagte, es sei halb drei nachts ;-))
Ganze 4 Naechte waren wir in Queenstown, weil es uns so gut gefallen hat; mit Abstand der laengste Aufenthalt an einem Ort...
Am naechsten Tag ging’s (im Regen...) Richtung Westkueste, der Franz-Josef und Fox Gletscher stehen auf unserem Programm. Sensationell ist, dass diese Gletscher bis auf 250 (!) m ueber den Meeresspiegel nach unten gehen und fast direkt an den dortigen Regenwald grenzen. Dieses Mal allerdings meinte der Wettergott es nicht gut mit uns (vorweg: es war zum Glueck auch das einzige Mal), denn es regnete und regnete und regnete – auch die beiden naechsten Tage. Diese Gegend der suedlichen Insel ist aber auch fuer den vielen Regen bekannt: bis zu 9000 ml fallen dort pro Jahr. Naja, Gletscher koennen wir uns ja auch zu Hause mal anschauen, also halb so schlimm.
Ueber Greymouth ging’s dann in den Norden zum Abel Tasman Nationalpark, benannt nach seinem hollaendischen Entdecker. Der Nationalpark besticht durch seinen Regenwald, wunderschoene Kuestenabschnitte und unzaehlige Lagunen. Ca. 16 km ging der Marsch entlang der Kueste, zurueck hatten wir uns dann eine Bootstour verdient ;-).
Aufgrund der dunkler werdenden weissen Wolke und des einsetzenden Regens am naechsten Tag, beschlossen wir, schon frueher als geplant auf die noerdliche Insel ueberzusetzen. Ganze 3 Stunden dauert diese Fahrt – kaum zu glauben, dass die beiden Inseln doch soweit voneinander entfernt liegen.
Uebrigens leben in Neuseeland 4 Millionen Menschen, 1 Million auf der suedlichen Insel und 3 Millionen auf der noerdlichen. Wellington war unser Zielhafen. Allerdings verbrachten wir mehr Zeit im Camper als bei der Stadtbesichtigung. Dieses Mal lag’s aber nicht nur am Regen (;-)) sondern auch am naechsten Ziel unserer Reise: Suedamerika. So langsam wird es Zeit, sich darauf etwas intensiver vorzubereiten...
Hoeher hinauf ging’s am naechsten Tag Richtung Tongariro Nationalpark. Steffi aus Muenchen, die wir im Sueden bei einer Wanderung getroffen haben, erzaehlte uns vom Tongariro Crossing, einer eintaegigen Tour durch schroffe Vulkanlandschaft. Auch unser Reisefuehrer versprach diesen Trek als den schoensten Tagestrek Neuseelands. Wir suchten uns den nahestgelegensten Campingplatz aus und buchten unseren Transfer fuer 6:15 Uhr am naechsten Morgen. Puh, so frueh raus sind wir gar nicht mehr gewohnt ;-)). Aber wir wurden belohnt – nach einigen Tagen schlechten Wetters war der Trek zum ersten Mal wieder geoeffnet und ein strahlend blauer Himmer versprach einen tollen Tag. Natuerlich mussten wir bis auf den Gipfel hoch und die Aussicht auf die umliegenden Vulkane war einfach irre, irre, irre.
Auf dem Gipfel kamen wir mit einem Schweizer ins Gespraech, der schon 6 Monate in Suedamerika unterwegs war. Na so ein Zufall, haben uns gleich ein paar Tipps von ihm geholt ;-)).
Soweit hier oben finden wir einen weiteren Spot von „Herr der Ringe“; die Gegend von Mordor wurde hier gedreht. Nach einem strammen 7 stuendigen Marsch waren die Beine am Abend dann doch ganz schoen schwer und nicht zum ersten Mal fragten wir uns, ob wir wirklich im April einen Marathon gelaufen waren ;-)).
Fuer den Rest des Aufenthaltes in Neuseeland beschlossen wir „weniger ist mehr“ und so haben wir uns langsam ueber den Lake Taupo und einen Abstecher ans Meer auf Coromandel Peninsula Richtung Auckland, unserer letzten Station, auf den Weg gemacht.
Ein bisschen Bammel hatte Silke ja vor Heimwehattacken an Heiligabend – aber wir haben es uns in unserem Camper gemuetlich gemacht und die warmen Aussentemperaturen liessen auch gar keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen. Ganz im Gegenteil – ziemlich entspannt und total weit weg von irgendwelchen weihnachtlichen Gedanken, lagen wir am zweiten Weihnachtstag sogar am Strand und waren im Meer baden...
Ach ja, das ist uebrigens unser Neuseeland Entdecker Auto: sieht aus wie ein umgebautes Baeckerauto und bietet jeglichen Komfort inklusive Mikrowelle, Spuele und sogar eigener Toilette ;-))
Ganz sicher wird uns Neuseeland als eines der schoensten Laender in Erinnerung bleiben!!!
Jetzt sitzen wir gerade im Flugzeug Richtung Buenos Aires und fliegen ueber die Datumsgrenze – juchhhuuu, wir bekommen einen Tag geschenkt ;-)). Waren wir in Neuseeland noch 12 Stunden der deutschen Zeit voraus, sind wir in Argentinien 3 Stunden hinterher. Wir sind in Neuseeland am 29.12. um 17:45 Uhr weg geflogen und landen am selben Tag in Buenos Aires um 18:00 Uhr – genial, gell?!! Urspruenglich hatten wir sogar mal ueberlegt, am 31.12. zu fliegen, dann haetten wir eine echt lange Silvesterparty gehabt. Aber einige Leute, die wir auf unserer Reise getroffen haben, schwaermen so sehr von Buenos Aires, dass wir lieber dort Silvester feiern... Dieses Mal sind wir auch ziemlich aufgeregt, denn es erwartet uns eine voellig neue Welt, die wir Beide noch nicht kennen – aber wir freuen uns schon riesig darauf!!
Euch allen wuenschen wir einen guten Rutsch ins Neue Jahr!!! Bis in 2009,
Silke und Guido
Das andere Ende der Welt...
Lake Tekapo
Am anderen Ende der Welt ist's nicht mehr weit bis zum Suedpol...
Ueber rote Felsen ins Aquarium
“Grias eich dahoam“!
Nachdem wir nun schon seit einiger Zeit an der Ostkueste entlang “cruisen“, ist’s wieder an der Zeit, ein paar Zeilen zu schreiben.
Die bereits im letzten Bericht angekuendigte Fahrt durch die Mitte Australiens verlief pannenfrei, meist relativ langweilig und zum Teil sehr kraeftezehrend.
Wir hatten Perth im Rueckspiegel, als sich unsere zuletzt getruebte Stimmung durch die bevorstehenden Ziele vor Augen etws gebessert hatte. Das Auto schnurrte nach dem zweiten Werkstattaufenthalt wie eine Naehmaschine, das Getriebe verrichtete wieder zuverlaessig seine Arbeit.
Das alte Getriebe... fuer alle Kenner.
Die erste Etappe fuehrte uns nach Kalgoorlie Boulder, eine Stadt, die mitunter seit fast einem Jahrhundert als Goldgraeberstadt bekannt ist. Nachdem wir uns in einem Museum von den damaligen Verhaeltnissen ein Bild schaffen konnten –mitunter konnte man den Geist von damals noch in kleinen Raeumlichkeiten, die den Eindruck gerade erst verlassen geworen zu sein, hinterliessen, noch spueren.
Verlassene Goldgraeberstadt nahe Kalgoorlie Boulder
Es war der Hunger nach Gold, der damals Tausende von Auswanderern hierher lockte und eine hoffnungsvolle Zukunft versprach. Heute besorgen millionenschwere Bagger und anderes High Tech Geraet die Arbeit, die vor gar nicht allzu langer Zeit von Hand verrichtet wurde. Die groesste Goldmine –genannt “Super Pit“- offenbart durch eine Besucherplattform, die etwa 350 m oberhalb der Minenschlucht liegt, einen Eindruck, als wuerden die Schaufelbagger und Lader wie ferngesteuerte Spielzeuge durch die Gegend fahren.
Der Super Pit
Die Vorraete nochmals aufgestockt, saemtliche Tanks befuellt, ging’s dann auf die Piste. Outback Highway nennt sich der 1.600 km lange Weg, der vor uns liegt (davon 1.100 km unbefestigte Wegstrecke).
Der Outback Highway erstreckt sich im Westen von Laverton bis nach Uluru, Ayers Rock. Nur von wenigen Aboriginals ist diese unwirkliche, wuestenaehnliche und sehr menschenfeindlich anmutende Gegend bewohnt. Dieses Mal ist die Strecke eher eintoenig, weniger interessant und daher nicht so kurzweilig wie gewohnt. Die km ziehen sich, die entgegenkommenden Fahrzeuge sind an diesen Tagen an einer Hand zu zaehlen. Bekanntschaften machen wir auf dem ganzen Weg nur mit ein paar wilden Kamelen und einem Road Train (LKW mit einer Laenge von bis zu 55 m!!), der soviel Staub aufwirbelt, dass ein Weiterfahren fuer einen kurzen Moment voellig unmoeglich ist.
Wilde Kamele im Westen Australiens
Roadtrains - ich bremse fuer Nichts und Niemanden...
“Jetzt nur nicht mit dem Fahrzeug haengenbleiben“ sind die ersten Gedanken, waehrend wir die km auf steiniger Piste “holpern“.
Nach stundenlangen, nicht enden wollenden “Waschbrett“ Strecken, Zeiten, in denen man das eigene Wort kaum versteht und das Geklappere um einen herum eine nervtoetende Intension annimmt, stellt sich auf einmal die Frage: Wie lange will man sich und dem Fahrzeug das noch antun...“Nicht mehr lange“ klingts ohne den Eindruck jeglichen Zweifels spontan aus beider Munde, bald wollen wir in den Genuss ebener Strassen kommen, ohne markerschuetternde Stoesse, den uneingeschraenkten Komfort eines Fahrzeuges spueren, das ueber 200’km auf dem Buckel hat und mittlerweile aus allen Ecken Zeichen gibt, endlich in den Ruhestand chauffiert zu werden J.
Outback Highway
Die ersten „roten Steine“, die wir dann ploetzlich am Horizont erkennen koennen, lassen die angespannten Nerven zu einer kleinen Verschnaufpause kommen, das geschundene Sitzmuskelfleisch erfreut sich baldiger Genesung.
Die „Olgas“ nennt sich der huegelige Gebirgszug, der sich da so sanft in die Umgebung schmiegt. Trotz der Muedigkeit und dem Ausblick bald schon eine schoene Dusche nehmen zu koennen, beschliessen wir, an diesem Nachmittag hier schon einen Stopp einzulegen. Einfach toll, so anders, so rot, so schoen...
Auf mehreren Aussichtsplattformen koennen wir die Steinformationen aus allen Winkeln nochmals betrachten, die untergehende Sonne taucht das Ganze in wunderschoene Farben. Eine leichte Kopfbewegung in die entgegengesetzte weitlaeufige Gegend spaeter, stand er dann auf einmal da, der Berg, fuer den so Viele diese Strapazen der weiten Anreise auf sich nehmen – der Ayers Rock. Im ersten Moment fast vertraut, so gewoehnlich das Bild und gar nicht spektakulaer wirkend... Klar, ist er es doch, der auf saemtlichen Australienmagazinen so viele andere Attraktionen in den Schatten stellt –uns allen also mehr vertraut als irgendetwas anderes, was man mit Australien verbindet.
Der Ayers Rock...
Der Tag neigt sich in diesem Moment langsam seinem Ende zu und wir beschliessen, als erstes einen Campingplatz anzusteuern und die wohlverdiente Dusche und das obligatorische „heil angekommen“ Bierchen zu geniessen J.
Schon sehr frueh am naechsten Morgen, noch ehe die Sonne ihre waermenden Strahlen ueber das Land schickt, stehen wir auf einem kleinen Huegel direkt hinter unserem Stellplatz und geniessen den Blick in die Umgebung und auf den Ayers Rock. Schon irgendwie anziehend sagen wir uns Beide und beschliessen, den Tag in der Naehe des Felsens zu verbringen –vielleicht besteigen?? Nur Lebensmuede machen das bei diesen Temperaturen sind die fast belehrenden Worte der Kassiererin in dem Andenkenladen, wahrscheinlich sei aber sowieso, dass der Weg zu dieser Jahreszeit geschlossen sei... Irgendwie ja nachvollziehbar bei knappen 40°C, und das bereits am Vormittag.
Das direkt neben dem Ayers Rock gelegene Visitor- und Art Center gibt einen tiefen Einblick ueber die Kultur der Ureinwohner Australiens. Heiliger Berg (irgendwie so wie fuer uns der Nockherberg in Muenchen J) nennen ihn die Aboriginals, Mystisches sei von ihm seit jeher ausgegangen, von Sagen und Legenden erzaehlen Frauen und Maenner auf einem Video, das im Inneren des Centers fortlaufend gezeigt wird. Hunderte von Briefen, die mitunter dort ausgestellt sind, erzaehlen von Menschen, die dem Heiligen Ort Steine oder Sand entwendet hatten und in diesen Bekennerschreiben um Entschuldigung bitten, da sie zu Hause Schicksalsschlaege erleiden mussten und den Umstand des Entwendens als eine Ursache dafuer ausgemacht hatten.
Nachdem wir dem Felsen etwas naeher gerueckt waren, koennen auch wir eine gewisse Anziehungskraft, etwas Geheimes, Mystisches spueren...
Ayers Rock, so nah
Am spaeten Nachmittag geht die Fahrt Richtung Kings Canyon weiter, wo wir einen weiteren Stopp eingelegt hatten. Wilde, durch Wasser und Sandstuerme gepraegte Canyons koennen wir auf einer 3-stuendigen Wanderung von oben bewundern, den ein oder anderen Blick in tiefe Schluchten wagen. Ein bisschen denkt man an die unzaehligen Canyons in Amerika, das ein oder andere mal sieht man kaum einen Unterschied...
Kings Canyon
Etwas, was auf fast jedem Reiseplan -und somit auch auf unserem-steht, sind die West Mc Donnell Ranges. Ein weiterer Gebirgszug, der mit kleinen Canyons und suesswassergespeisten Pools das Interesse der ueberhitzten Reisenden auf sich zieht. Herrlich, endlich wieder mal ein erfrischendes Bad nehmen, fast so, wie wir es zu Beginn der Reise oft hatten...- ein Vergleich haelt trotzdem nicht Stand...
West Mc Donnell Ranges
Alice Springs- ein Name, den selbst nicht eingefleischte Australienkenner schon mal gehoert haben. Eine Anlaufstelle fuer Reisende, die aus allen Himmelsrichtungen hier ankommen –zu Lande und zu Luft. Witzig ist, dass die Meisten Alice Springs gleichzeitig mit dem Ayers Rock in Verbindung bringen – dabei liegen diese Beiden 472 km voneinander entfernt...
Der Besuch der dortigen “Royal Flying Doctors“ -der Buschaerzte- gibt etwas Aufschluss ueber die Notwendigkeit von Flugzeugen, welche fuer diese Einsaetze unabdingbar sind...
Der Entschluss, keine Schotterstrecken mehr zu fahren, fuehrt uns ueber 2.000 km asphaltierte Strassen nach Townsville, an die Nordostkueste von Australien. Schon bevor wir Townsville erreichen, wissen wir, dass das Durchqueren des Kontinents eine einmalige Geschichte bleibt. Auf jeden Fall ist die Rote Mitte Australiens eine Reise wert, aber beim naechsten Mal nur noch mit dem Flugzeug J.
Die Devils Marbels nahe Tennant Creek auf dem Weg nach Townsville
In Townsville ist es Zeit um Reifen zu wechseln, sich mit dem Notwendigsten wieder einmal eindecken zu koennen. Wir staunen –sehr zu unserem Vorteil- angesichts der enorm niedrigen Benzinpreise. Waehrend wir zu Beginn der Reise noch durchschnittlich 1,80$ bezahlt hatten, liegt der Preis nun bei 1,40$. Sehr schnell erkennen wir, dass wir zu den eher frequentierteren Gegenden Australiens vorgedrungen sind. Vorbei sind die Zeiten der Einsamkeit, der endlos leeren Strassen. Die ersten Ziele denen wir entgegensteuern, heissen Whitsunday Islands und Great Barrier Reef. Nirgendwo sonst kann man das so angnehm verbinden wie in Airlie Beach.
Einen kurzen Zwischenstopp machen wir in Bowen, dem Drehort fuer das Leinwand Epos “AUSTRALIA“ von Baz Luhrmann. Mit Nicole Kidman und Hugh Jackman in den Hauptrollen verspricht der Film ein echter Kassenfueller zu werden. Kurz vor Weihnachten kommt er in die deutschen Kinos – sicherlich ein Muss fuer alle Australien Fans! Wir freuen uns, ihn schon Ende November im Original in Sydney anzuschauen.
Originalschauplatz des Films "Australia"
In Airlie Beach angekommen, beschliessen wir, an einem Segeltoeurn teilzunehmen, der vor Ort von unzaehligen Agenturen angeboten wird. Meist gehen die Touren ueber 2 oder 3 Tage zu den Whitsunday Islands –und bei geeignetem Wetter an das Outer Great Barrier Reef... Wir haben uns fuer die „Whitsunday Magic“ entschieden, ein etwas groesseres Segelboot, welches ausreichend Platz fuer saemtliche Passagiere (30) bietet und stabiler im Wasser liegt – sehr zum Vorteil fuer Guidos teilweise auftretende Seekrankheit J
Auf gehts ins Abenteuer "Great Barrier Reef"
Oh Mann, was war das fuer ein Erlebnis, morgens aufzuwachen und die Gewissheit zu haben, man ist an einem der schoensten Flecken im Ozean gelandet und das auch noch voellig alleine... Keine anderen Boote in Sicht, herrliches Wetter, super Sicht ueber und unter Wasser J
Grosse Fische im Wasser
Die Pressluftflaschen auf den Ruecken gespannt und hinein ins Nass. Die Unterwasserwelt ist absolut atemberaubend, eine Umgebung die jeder Beschreibung spottet... Beim Durchtauchen von kleinen Hoehlen in den Korallenstoecken, von denen an beiden Seiten das Wasser azurblau herein schimmert, schlaegt das Taucherherz hoeher, die Freude kennt keine Grenzen. Selbst beim Schnorcheln bieten sich einem unvergessliche Blicke inmitten des groessten Aquariums Australiens.
Die Whitsunday Magic auf hoher See...
...und ihr Kapitaen :-)
Whiteheaven Beach
Am Nachmittag verlasssen wir das Outer Reef und steuern geradewegs auf die Whitsundays zu, einer Inselgruppe die mit unzaehligen paradiesischen Straenden und Buchten eines der Highlights entlang der Ostkueste sind. Wir hatten wirklich eine super gute Truppe auf dem Schiff und eine Menge Spass...
Viel Spass hatten wir mit unseren Tischnarchbarn...
Sonnenuntergang auf den Whitsundays
Es beginnen die ersten Gespraeche ueber den bevorstehenden Autoverkauf und schnell beschliessen wir, eine Anzeige uebers Internet zu schalten, welche bis heute reges Interesse mit sich gebracht hat –zum Teil so, dass wir uns Letztens echt entscheiden muessen, wem wir das Fahrzeug verkaufen J. Mit derart Andrang hatten wir echt nicht gerechnet, schoen dass es trotzdem so ist und wir uns fuers erste Mal keine grossen Gedanken machen muessen es nicht los zu werden (aber schon jetzt graut uns ziemlich vor dem Moment...).
’K’ Gari’ wie die Aboriginals ihre Insel nennen -besser bekannt als Fraser Island- steht als naechstes auf unserem Programm. Eine ca. 120 x 15 km grosse Insel aus Sand, durchzogen von tropischen Regenwaeldern, unzaehligen Fluessen und mit riesigen, zum Teil ueber 200m hohen Sandduenen (Sandblows) bestueckt, eine Einzigartigkeit an Biodiversitaet.
Wir entschliessen uns, an einer gefuehrten Tour teilzunehmen und vermeiden es, mit dem eigenen Fahrzeug ueberzusetzen. Zu viel ist darueber gesprochen worden, dass man sehr schnell in den tueckischen, nur aus Sand bestehenden Strassen steckenbleiben kann und der immer naeher rueckende Verkaufstermin des Fahrzeugs laesst sowieso keinen Spielraum fuer derartige Abenteuer J.
Wir sind mit einem speziell fuer die Armee entwickelten Allradfahrzeug unterwegs, das einem kleinen Bus aehnelt. Die drei Buchstaben, die an der Vorderseite des Adventure Trucks stehen, lassen keinen Zweifel daran, heil wieder nach Hause zu kommen: “MAN“ J.
Kleine Abfrischung im Eli Creek
Unendlich lange Sandduenen
Auch der Umstand, dass man derartige, ausserordentlich schoene Stellen an der Ostkueste mit erheblich mehr Menschen teilt, als dies im Westen noch der Fall war, aendert nichts daran, dass diese Insel eine der schoensten Flecken auf unserer Reise durch Australien war.
Gegen Spaetnachmittag steuert Barry, unser Fahrer und Reisefuehrer, unser Camp an. Abends wurde an einem grossen Tisch zusammen gegessen, die Nacht verbrachten wir in einem Zelt, das mit Holzfussboden ausgestattet war und mit den grosszuegigen Feldbetten darin einen sehr einladenden Eindruck machte.
Schiffswrack "Maheno", 1935 durch einen Cyclon an Land gespuelt.
Dingo, freilebende Wildhunde, am Strand.
Wieder zurueck am Festland angelangt stand der erste Besichtigungstermin fuer unseren Adventure Camper an. In Noosa, ca. 100 km noerdlich von Brisbane, hatten wir eine Verabredung mit einem Australier, der gleich seinen ganzen Freundeskreis mitgebracht hatte. 6 junge Menschen, zum Teil nur an dem Auto interessiert, zum Teil aber auch an unserer Reise. Waehrend Guido das Fahrzeug erklaerte, hatte Silke schon ein Gespraech mit einem jungen Maedel ueber eine alternative Route zum Inka Trail in Peru laufen J. Die anschliessende Probefahrt ergab eine positive Resonanz, der erste Anwaerter fuer den Kauf stand fest.
Die weiteren 4 Tage waren leider von nicht enden wollendem Regen gepraegt, einen Regen, den man eigentlich immer nur mit einem verregneten Sommer von zu Hause her kennt –aber auch das gibt’s hier, noch dazu an der sogenannten Sunshine Coast...
Baden an der Ostkueste, wie haben wir uns darauf gefreut, stattdessen sitzen wir meistens in unseren eigenen 3,5 qm2 und warten auf Besserung bzw. stellen Schuesseln unter die Stellen im Fahrzeug, an denen das Wasser sich schon einen Weg in’s Innere gebahnt hat.
Oh Mann, wann hat der baertige alte Mann da Draussen endlich alle Tiere in seinem Holzboot J.
Mittlerweile ist aber die Sonne wieder heftig am scheinen, die Sunshine Coast traegt ihrem Namen endlich alle Ehre. Wir sind mittlerweile in Byron Bay, einem super netten kleinen Oertchen im Norden von New South Wales. Im Ort selbst ist das Leben von jungen Reisenden, Surfern und solche die es irgendwann mal werden wollen, gepraegt. Das Meer ist zum Baden echt super, und von unserem Stellplatz aus sind es nur wenige Meter zum Traumstrand.
Byron Bay..........
Die naechste Etappe wird uns am 24.11.08 nach Newcastle fuehren, wo weitere Interessenten das Fahrzeug besichtigen wollen. Am 25.11.08 wollen wir dann in Sydney angekommen sein, von wo aus wir am 03.12.08 Richtung Christchurch –Neuseeland- fliegen werden. Den Sueden von Australien heben wir uns fuer die naechste Reise hierher auf, schliesslich braucht man ja Gruende um wiederzukommenJ.
Und das steht allemal fest- Wir kommen wieder!!
So Ihr Lieben, das erste verschneite, nass kalte Wochenende in Deutschland ist so gut wie rum – wir sind Euch 10 Stunden voraus und beenden den wunderschoenen Fruehlingstag mit Temperaturen von ueber 30 Grad nun mit einem erfrischenden Bad im Suedpazifik...
Bis bald,Guido und Silke
Aussicht unseres Campingplatzes nahe Kings Canyon
Heee, das ist mein Fruehstueck :-)
Verwandlungskuenstler
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